Der verantwortungsvolle Katzenbesitzer
 

Vor lauter Freude, endlich eine Katze im Haus zu haben, sollten Sie Ihre neuen Pflichten als Halter nicht vergessen. Obwohl Katzen von Natur aus unabhängig und sehr anpassungsfähig sind, sind Sie, und natürlich auch alle anderen in der Familie, dafür verantwortlich, dass es Ihrer Neuen an nichts fehlt.


Die Erziehung Ihrer Katze

Katzen sind hochintelligent. Sie können deshalb sehr schnell auch lernen, sich gut zu benehmen. Um Ihre Möbel zu schonen, bieten Sie ihrer Katze von Anfang an einen Kratzbaum. Machen Sie den neuen Baum attraktiv. Wenn sie auf einer der Plattformen einen Leckerbissen riecht, wird sie von selbst nach oben klettern. Auch ein bewegtes Spielzeug verleitet sie zum Aufstieg. Und wenn Sie es schaffen, dass sie, weil sie gestreichelt wird, schnurrend zu treteln beginnt, benetzt sie damit automatisch die Kratzbaumfläche mit ihrem eigenen Duft. Von da an gehört dieser Baum ihr und sie wird ihn weiter zum Krallenwetzen aufsuchen. Sollte Sie trotzdem einmal an einem Ihrer Sessel oder der Couch "fremdgehen", lenken Sie sie mit einem energischen „Nein" davon ab oder verabreichen Sie ihr eine Dusche aus einer Wasserpistole. Chronischen Möbelzerkratzern verleiden Sie diese Fehltritte mit fester Plastikfolie, die Sie ein paar Tage über die Flächen legen. Das mögen Katzen nicht. Katzen sind von Natur aus peinlich saubere Tiere.  Kätzchen lernen von ihrer Mutter, ihre Hinterlassenschaften zu vergraben, und es ist leicht, sie stubenrein zu bekommen. Sie benutzen bereitwillig das Katzenklo. Es sollte in einem ruhigen Bereich stehen, leicht zugänglich sein und immer sauber gehalten werden.


Fellpflege

Katzen verbringen viel Zeit damit, sich zu putzen. Trotzdem sollten Langhaarkatzen täglich gebürstet und gekämmt werden. Achten Sie dabei besonders auf Unterwolle und die Schwanzpartie. Viele Katzen genießen es, gebürstet zu werden. Die Zeit, die Sie damit verbringen, trägt zu noch stärkerer Bindung zwischen Ihnen beiden bei.


Kastration

Wenn Sie nicht vorhaben, Ihr Haustier zu Zuchtzwecken zu verwenden, lassen Sie Ihre Katze/Ihren Kater kastrieren, wenn die Tiere geschlechtsreif sind. Ihr Tierarzt kann Ihnen den idealen Zeitpunkt dazu sagen.


Vermisste Katzen

Sie können selbst am besten aktiv werden, wenn Ihre Katze eines Tages spurlos verschwindet. Stellen Sie sicher, dass sie tätowiert und/oder mit einem Mikrochip versehen ist. Behalten Sie sie bei Gewitter oder Feuerwerk im Haus. Wird sie vermisst, fragen Sie bei Ihren Nachbarn, den Tierärzten und Tierkliniken in Ihrer Nähe, beim örtlichen Tierschutzverein und im Tierheim nach. Wenden Sie sich auch an die entsprechenden Organisationen der umliegenden Regionen, weil Katzen manchmal eine größere Entfernung zurücklegen. Und informieren Sie immer die zentralen Suchorganisationen, bei denen die Tätowiernummer bzw. die Chipnummer Ihrer Katze gespeichert ist.


Im Urlaub

Überlegen Sie gut, wo Ihre Katze am besten aufgehoben ist, wenn Sie Ihren Urlaub planen oder für mehrere Tage außer Haus sind. Am besten ist es natürlich, wenn Ihre Katze im gewohnten Zuhause von Freunden, Nachbarn oder Verwandten versorgt werden kann. Viele Katzenfreunde bieten sich auch als Catsitter an und nehmen Ihre Katze während Ihrer Abwesenheit bei sich auf. Ihr Tierarzt kann Ihnen vielleicht eine gute Tierpension empfehlen, mit der schon andere Katzenhalter gute Erfahrungen gemacht haben. Wenn Sie einen Sitter suchen, sollten Sie sich frühzeitig um Kontakte kümmern.

Katzen fühlen sich meistens unbehaglich, wenn sie nicht in ihrer gewohnten Umgebung sind. Wenn Sie also Ihre Katze von zu Hause wegbringen, könnte sie in Panik geraten und versuchen zu flüchten. Transportieren Sie sie deshalb in einer sicheren Transportbox. Lassen Sie die Katze nie allein im Auto, da Autos auch an mäßig warmen Tagen sehr heiß werden können. Ihre Katze leidet bei Hitze und kann sogar am Hitzschlag sterben.


Ein Ort zum Alleinsein

Katzen suchen gern die Gesellschaft vertrauter Menschen. Sie sind neugierige und soziale Tiere. Aber sie möchten auch mal ihre Ruhe haben und allein sein. Wenn Sie Ihrer Katze wirklich etwas Gutes tun wollen, dann bieten Sie ihr so einen Rückzugs-Platz, den sie rund um die Uhr aufsuchen kann. Ein höhlenartiges Katzenkörbchen in einer ruhigen Zimmerecke gibt ihr ein Gefühl der Geborgenheit. Weil alle Katzen sich hoch oben am sichersten fühlen, sollte so ein ruhiges Plätzchen auf einem Schrank oder in einem Regal sein.


Impfung, Wurmkur und Schutz vor Ungeziefer

Impfungen schützen Ihre Katze vor lebensgefährlichen Krankheiten wie Katzenseuche und Katzenschnupfen. Katzenkinder sollten bereits nach ein paar Wochen geimpft werden, da sie besonders empfindlich sind. Ausgewachsene Katzen sollten auf jeden Fall einen Impfpaß haben. Wenn über den Impfstatus Ihrer neuen Katze Unsicherheit besteht, sollten Sie Ihren Tierarzt wegen möglicher weiterer Impfungen konsultieren. Vergessen Sie bitte auch die Wiederholungsimpfungen nicht. Nicht nur Freilaufkatzen infizieren sich leicht mit Darmparasiten, die Krankheiten verursachen können, aber nicht müssen. Bandwürmer können Sie im Kot Ihrer Katze als kleine weiße Stückchen erkennen. Sie sehen wie gekochter Reis aus. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze Parasiten hat, oder wenn Sie ein neues Kätzchen haben, bringen Sie Ihrem Tierarzt eine Kotprobe zur Analyse. Sie sollten eine verwurmte Katze auf jeden Fall von Parasiten befreien, nicht nur wegen ihres Wohlbefindens, sondern auch zu Ihrer eigenen Sicherheit. Der Tierarzt wird sie mit dem richtigen Wurmmittel behandeln. Leider sind auch hervorragend gepflegte Katzen nicht gegen Flöhe gefeit, die nicht nur ihnen selbst, sondern auch Ihren Besitzern das Leben schwer machen. Aber auch diese Parasiten werden Sie los. Am besten verwenden Sie spezielle Produkte gegen Flöhe. Dabei sollten Sie den Anweisungen Ihres Tierarztes oder der Gebrauchsanweisung des entsprechenden Produktes genau Folge leisten. Das ist wichtig, weil die Häufigkeit der Anwendung variieren kann und für den Erfolg der Behandlung ausschlaggebend ist. Alle Katzenutensilien im Haus wie Bettwäsche und Lieblingsmöbel sollten Sie unbedingt mitbehandeln. Denn dort legen Flöhe ihre Eier ab und nach kurzer Zeit wird Ihre Katze erneut Opfer einer frischen Flohgeneration.


Nahrung

Als hochspezialisiertes Säugetier stellt jede Katze an ihre Ernährung hohe Ansprüche. Deswegen benutzen die meisten Katzenbesitzer kommerziell hergestellte Katzenfuttererzeugnisse. Sie sind aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ausgewogen und für den Besitzer bequem zu handhaben. Sie können zwischen Dosennahrung und Trockenfutter wählen oder abwechselnd das eine und andere anbieten. Geben Sie Ihrer Katze immer ausreichend Trinkwasser. Besonders dann, wenn Sie ihr Trockenfutter anbieten, weil sie die entzogene Flüssigkeit über ausreichendes Trinken ergänzen muss. Denken Sie auch daran, Wasser- und Futternapf regelmäßig zu reinigen.


"Personalausweis" für Ihre Katze

Wenn Ihre Katze Freilauf hat, sollten Sie sichergehen, daß sie einwandfrei identifiziert werden kann. Dazu kann eine Marke am Halsband dienen. Auf dieser Marke sollte der Katzenname zusammen mit Ihrer Telefonnummer stehen. Noch besser ist eine Tätowierung oder ein Mikrochip, weil beide nicht entfernt werden können. Tätowieren und chippen lassen können Sie Ihre Katze beim Tierarzt. Tragen Sie die Nummern im Impfpass (Heimtierpass Vorschrift in der EU seit Juli 2004) ein und lassen Sie Ihre Katze bei einer der zentralen Chip- oder Tätowierstellen (Haustierregister) registrieren. Fragen Sie Ihren Tierarzt wenn Sie in das Ausland reisen wollen.

 

 

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