| Wie Sie Katzen mit chronischem Durchfall pflegen |
Die häufigsten Anzeichen für Störungen des Magen-Darm-Traktes sind Erbrechen und Durchfall. In diesem Abschnitt wird erläutert, wie der Verdauungstrakt funktioniert und wie Sie Ihre Katze mit einer chronischen Darmverstimmung pflegen.
Der Verdauungstrakt
Damit die Katzen alle Nähr- und Vitalstoffe aus der Nahrung ziehen können, die sie brauchen, müssen sie ihre Nahrung verdauen, d. h. in ihre Bausteine, die Nähr- und Vitalstoffe zerlegen. Die Verdauung beginnt im Magen und geht im Dünndarm weiter, wo die Nährstoffe über die Darmwand ins Blut gelangen. Im Dickdarm wird dem bereits verdauten Speisebrei Wasser entzogen und dem Blutkreislauf zugeführt. So entsteht ein fester Stuhl, und der Wasserhaushalt des Körpers wird aufrechterhalten.
Entzündliche Darmerkrankungen
Entzündliche Darmerkrankungen (Enteritis) führen zu schlechter Verdauung und Nährstoffaufnahme. Wenn Ihre Katze eine entzündliche Darmerkrankung hat, verliert sie Gewicht und fühlt sich allgemein schlecht. Eine entzündliche Darmerkrankung ist besonders bei Jungkatzen eine häufige Ursache für Erbrechen und Durchfall. (Erbrechen ist in diesem Fall häufiger als Durchfall.) Zur Behandlung einer entzündlichen Darmerkrankung kann Ihr Tierarzt entzündungshemmende Medikamente sowie eine spezielle antiallergische ("hypoallergene") Diät verschreiben. Hypoallergene Diäten enthalten nur eine Protein- und Kohlenhydratquelle und darüber hinaus Zutaten, die selten zu Überempfindlichkeit führen.
Dickdarmgrippe (Kolitis)
Eine Kolitis ist eine Entzündung des Kolon oder des Dickdarms. Erste Anzeichen sind Anstrengung und Unwohlsein beim Versuch, den Darm zu entleeren. Wenn die Katze Stuhlgang hat, lässt sie nur geringe Mengen von blut- bzw. schleimdurchsetztem Durchfall ab. Eine Kolitis kann durch viele Faktoren verursacht werden, u.a. durch
- Parasiten
- Infektionen
- Nahrungsallergien oder –unverträglichkeit.
Wichtig ist die Ursachenbekämpfung, also die Bekämpfung von Parasiten und Infektionserregern. Ist diese erfolgt, empfiehlt Ihr Tierarzt Ihrer Katze ein entzündungshemmendes Mittel - damit die Entzündung zurückgeht und sich die klinischen Symptome bessern. In bestimmten Fällen von Kolitis wie chronischer idiopathischer Kolitis kann die richtige Ernährung den langfristigen Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten vermeiden.
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) führt meist zu Erbrechen und Bauchschmerzen der Katze. Die genaue Ursache ist häufig unbekannt. Auf jeden Fall wird der Zustand durch stark fetthaltiges Fressen und Tischabfälle verschlimmert. Wenn Ihre Katze eine akute Pankreatitis hat, muss sie vermutlich vom Tierarzt stationär behandelt und intravenös mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt werden. Sie müssen sie einige Tage ganz von Fressen und Wasser fernhalten, damit die Bauchspeicheldrüse keine Enzyme (Verdauungssäfte) erzeugt. Wenn Ihre Katze das Fressen wieder aufnehmen kann, wird Ihr Tierarzt Ihnen zu kleinen Portionen gut verdaulicher, fettarmer Nahrung raten.
Wie Sie Katzen mit Verdauungsstörungen pflegen
Wenn Ihre Katze unter einer Störung des Verdauungstraktes leidet, müssen Sie sie mit der richtigen Diät versorgen. Jeder, der mit Ihrem Tier in Kontakt tritt - vor allem Familienmitglieder und Nachbarn - sollte über diese Diät informiert werden und ihr keine Leckereien oder Zwischenmahlzeiten zukommen lassen. Achten Sie auch darauf, dass Ihre Katze nicht an Nahrung von draußen oder aus dem Müll gelangt. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über die richtige Spezialdiät für Ihre Katze. Kranke Katzen sollten leckere, leicht verdauliche und hochwertige Nahrung erhalten. Sie unterstützt den Aufbau beschädigten Gewebes und die Genesung. | |